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Zeit, Kosten und Platzbedarfe sind wichtige Faktoren, wenn es um die Erweiterung der kommunalen Breitbandabdeckung geht. Der flächendeckende Ausbau von digitalen Infrastrukturleitungen schafft die Grundlage für eine zukunftssichere und stabile Versorgung mit Gigabitgeschwindigkeiten – im Festnetzbereich, aber auch für künftige Mobilfunktechnologien wie 5G.

Welche Alternativen bei der Verlegung von digitaler Infrastruktur gibt es?

Der Ausbau dieser Telekommunikationslinien wird durch eine Vielzahl von Verlegemethoden ermöglicht. Besonders ländliche Regionen können ihre Bauprozesse durch konventionelle, aber auch innovative Verlegetechniken zu den Gebäuden und Wohnungen signifikant beschleunigen. Hierbei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Bauverfahren: der offenen, geschlossenen und oberirdischen Bauweise.

Der Einsatz des konventionellen Tiefbaus ist hier eine gängige Methoden. Aber auch alternative Verlegemethoden können eine Möglichkeit sein – besonders, um Zeit- und Kostenersparnisse im Breitbandausbau zu erreichen.

Mit dem DigiNetzG („Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze“) hat das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur die Umsetzung der „EU-Richtlinie zur Reduzierung der Kosten des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen“ in nationales Recht übertragen.

Das Gesetz beabsichtigt dabei vor allem auch eine Reduzierung der Kosten für zukunftsfähige Netze. Dabei geht es auf kommunaler Ebene auch darum, geeignete Verlegemethoden zu finden. Das Gigabitbüro des Bundes liefert Ihnen hierfür eine Übersicht möglicher Bauverfahren.

„Es ist zu erwarten, dass durch die Verlegung in geringerer Verlegetiefe die Tiefbaukosten, die den überwiegenden Teil der Kosten des Ausbaus ausmachen, spürbar verringert und gleichzeitig die Geschwindigkeit der Projektrealisierung deutlich gesteigert werden.“

Auszug aus der Broschüre „Verlegetechniken für den Breitbandausbau“ (BMVI 2020, S. 3)

Offene Bauweisen

Schematische Darstellung der offenen Grabenbauweise

Offene Grabenbauweise
Die offene Grabenbauweise gehört zu den klassischen Bauweisen. Die Erdoberfläche wird dabei geöffnet und ein Graben ausgehoben. Wie dieser Graben verlegt wird, hängt dabei von der Bodenart und der vorhandenen Infrastruktur ab. Nach der Verlegung wird der Boden den lagenweise verdichtet und die Oberfläche wiederhergestellt.

Schematische Darstellung des Pflugverfahres

Pflugverfahren
Bereits der Name verrät, dass bei diesem Verfahren ein Pflug zum Einsatz kommt. Er wird mit Hilfe einer Zugmaschine durch das Erdreich gezogen. Die wirkende Kraft auf das Pflugschwert schafft eine Furche, in die später ein flexibles Leerrohr verlegt werden kann. Je nach Bodenbeschaffenheit können täglich bis zu 5.000 Meter dieser Leerrohre verlegt werden. Die Methode hat sich besonders in der Rohrverlegung im ländlich geprägten Raum, bspw. zwischen Ortschaften, bewährt.

Schematische Darstellung des Trenchings

Trenching
Das Trechning gehört zu den neusten Methoden der Verlegetechnik. Mit Hilfe von Frästechniken werden schmale Gräben und Schlitze in Boden und Asphalt eingearbeitet. Dabei wird nur wenig Platz in Anspruch genommen und eine schnelle Fertigstellung von Leerohr- und Glasfasertrassen ermöglicht. Die verschiedlichen Trenchingverfahren (Micro-, Mini- und Macrotrenching) unterscheiden sich in Tiefe und Breite der ausgeführten Verlegefuge sowie in der verwendeten Schneide- bzw. Frästechnik.

Schematische Darstellung der Verlegung im Abwasserkanal

Verlegung im Abwasserkanal
Um Kosten zu minimieren, bietet es sich an, bestehende Tiefbauinstallationen zu nutzen: so auch Abwasserrohre. Hierbei werden Leerrohre bzw. Glasfaserkabel entweder direkt in den Kanal eingebaut oder im Rahmen von Kanalisierungen integriert. Dabei ist es grundsätzlich egal, ob die Kanäle begehbar sind oder nicht. Dabei eignen sich gleichermaßen betriebene wie stillgelegte Abwasseranlagen. Jedoch ist die technische Eignung im Einzelfall zu prüfen.

Sie möchten noch mehr über die verschiedenen Verlegemethoden erfahren? In der Broschüre „Verlegetechniken für den Breitbandausbau“ des BMVI (2020) finden Sie eine detaillierte Darstellung verschiedener Verlegetechniken. Darin sind auch die rechtlichen Regelungen und Bestimmungen erläutert.

Geschlossene Bauweisen

Schematische Darstellung der Spühlbohrung

Spühlbohren
Mit dem Spülbohrverfahren können Rohre verlegt werden, ohne dafür einen Graben ausheben zu müssen. Die Steuerung des Bohrvorhabens erfolgt oft durch Drehen des abgewinkelten Bohrkopfes im vorgesehenen Erdreich. Letztendlich schneidet ein starker Wasserstrahl einen unterirdischen Hohlraum. Wassergesättigte Böden oder das Auftreten von Grundwasser stellen bei dieser Methode daher kein Problem dar. In dem unterirdischen Kanal können später im Rückzug Leerrohre für die Verlegung von Kabel gezogen werden.

Schematische Darstellung der Pressbohrung

Pressbohrung
Pressbohrungen kommen oft dann zum Einsatz, wenn Straßen, Gleise oder Gebäude im Wege der Baumaßnahmen liegen und deshalb der Boden nicht geöffnet werden kann. Ein Stahlrohr (die sogenannte Erdrakete) wird durch die Erde getrieben und das anfallende Material gleichzeitig über eine Förderschnecke im Inneren des Rohres nach Außen befördert. Abhängig von der eingesetzten Technologie ist eine gesteuerte Bohrung über eine Distanz von bis zu 50 Meter möglich.

Veranstaltung
Gigabitausbau: Technik beim Gigabitausbau im Detail
In dem Workshop werden die bereits vorhandenen Kenntnisse der Teilnehmer*innen in den Bereichen Markt und Technik vertieft.
Thema
DigiNetzG & Synergien nutzen

Oberirdische Bauweisen

Schematische Darstellung der oberirdischen Telekommunikationslinien

Oberirdische Errichtung von Telekommunikationslinien
Besonders in ländlichen Gebieten, wo ein schneller und kostengünstiger Breitbandausbau von großer Bedeutung ist, richtet sich der Blick auf alternative, kostensenkende Methoden. Die oberirdische Verlegung entlang von Masten spielte dabei bisher noch eine untergeordnete Rolle, kommt jedoch im Rahmen der Erschließung kleinerer Orte immer mehr in Betracht. Das eignet sich bspw. in der Ableitungsebene, um Verzweigungsstelle an den Rändern des Netzes mit Grundstücken und Gebäuden zu verbinden. Die geringe Erdbewegung bei den Maßnahmen wirkt sich positiv auf die Umwelt aus.

Örtliche Gegebenheiten bei der Verlegung mit berücksichtigen

Für die Errichtung der gigabitfähigen Infrastruktur eignen sich verschiedene Verlegemethoden. Die Art und Weise des Einsatzes dieser Technologien unterliegt den örtlichen Gegebenheiten. Das Gigabitbüro des Bundes informiert, unter anderem in Workshops und Publikationen, über die Möglichkeiten und Herausforderungen der verschiedenen Verlegemethoden.