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Das Tiefbauamt Dortmund arbeitet auf vielen Ebenen daran, die für den Glasfaserausbau notwendigen Leerrohre schneller unter die Erde zu bringen © Gigabitbüro des Bundes

Genehmigungsverfahren im Rahmen des Glasfaserausbaus sind in der Regel langwierige und komplexe Prozesse, bei denen verschiedene Behörden und Unternehmen eingebunden werden müssen. Dabei kann es seitens der Baubehörde auf Grund diverser Probleme, wie fehlender personeller oder technischer Ressourcen, zu Verzögerungen bei der Antragsbearbeitung kommen.

Aber auch das antragstellende Telekommunikationsunternehmen hat mit der Vollständigkeit und Qualität des Bauantrags einen großen Einfluss darauf, wie schnell und effizient das Verfahren abläuft. Dem (Tief-)Bauamt in Dortmund ist es gelungen, das erhöhte Aufkommen von Anträgen mittels personeller Aufstockung, hoher Transparenz und Digitalisierung erfolgreich zu bewältigen.

Koordination und Absprache mit verschiedenen Akteuren gestaltet sich anspruchsvoll

Für Genehmigungen des Glasfaserausbaus sind maßgeblich die Städte und Kommunen zuständig. Dabei spielen im Zuge der Baugenehmigung auch Aspekte wie Naturschutz, Stadtplanung und Wegerecht eine entscheidende Rolle. Da diese Faktoren direkten Einfluss auf das Bauvorhaben nehmen, ist es wichtig, einen Großteil der Planungsarbeit durch die Telekommunikationsunternehmen (TKU) bereits vor Einreichung des Bauantrags mit den zuständigen Behörden abzustimmen. Im Laufe des Genehmigungsprozesses kann es auch wegen der Vielzahl an beteiligten Akteuren zu zeitaufwendigen Rückfragen und Abstimmungsprozessen kommen, die auch aufgrund fehlender oder veralteter Unterlagen auftreten können. Mängel in der Antragsstellung lassen sich im Nachhinein nur schwierig beheben und bedeuten für die Behörden und TKU einen erheblichen Mehraufwand. Durch transparentes Arbeiten und frühzeitiges Abstimmen der Anforderungen an den Antrag lassen sich Verzögerungen vermeiden. Im Idealfall kann die Behörde dem Antrag ohne weitere Nachbesserung stattgeben.

Das (Tief-)Bauamt in Dortmund schafft durch Koordination effiziente Genehmigungsprozesse

Die Stadtverwaltung in Dortmund war, was die Bearbeitung von TKU-Anträgen angeht, in den letzten Jahren gut aufgestellt. Dabei spielten insbesondere zwei Faktoren eine bedeutende Rolle. Zum einen die direkte Absprache und Zusammenarbeit mit anderen zuständigen Behörden, zum anderen eine gute personelle Aufstellung. Somit konnte die zunehmende Nachfrage an Breitbandnetzen und dem folglich erhöhten Antragsaufkommen frühzeitig entgegengewirkt werden.
Die Stadt Dortmund zählt jährlich rund 7.000 Straßenaufbrüche. Darunter fallen alle Arten von Infrastrukturmaßnahmen, welche Leitungsverlegungen im Untergrund erfordern. Allein der geförderte Breitbandausbau umfasst circa 400 Trassenkilometer, die in den kommenden Jahren im Stadtgebiet von Dortmund verlegt werden.

Regelmäßige Planungsrunden ermöglichen ein vorausschauendes Vorgehen

Eine sorgfältige Antragstellung trägt maßgeblich zur zügigen Bearbeitung bei. Es reicht nicht aus, wenn die Behörde digital gut aufgestellt ist, die Anträge aber unter Umständen falsch oder unvollständig eingereicht werden. Schon die Planung seitens der TKU sollte mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden, um Rückfragen und Änderungsforderungen zu vermeiden. Zu Verzögerungen kommt es insbesondere dann, wenn ein Antrag bereits eingereicht wurde und der Baulastträger erst im Nachhinein erkennt, dass eine Umsetzung des Bauvorhabens an dem gewählten Standort nicht möglich ist. In diesen Fällen muss der Antrag meist neu ausgearbeitet werden.

In Dortmund finden vierteljährlich Abstimmungen zur Baustellenkoordination zwischen den beteiligten Ämtern, Leitungsträgern und weiteren Beteiligten (wie z.B. Stadtbahn) statt, um gemeinsam vorausschauend nächste Schritte zu planen und um Baustellen verkehrlich zu koordinieren. Dies mit dem Ziel, den Verkehrsfluss zu verbessern und Bauzeiten durch gemeinsame Maßnahmenumsetzung zu verkürzen. Auch die TKU haben sich diesen Prozessen angepasst, um so einen Beitrag zu einer zielführenden Zusammenarbeit zu leisten.

Virtuelle Vermessung ermöglicht das Begehen von Baustellen digital

Gemeinsame Standortsuche in einer Videokonferenz. Gegenüber des beantragten Standortes befindet sich ein breiterer Gehweg © Tiefbauamt Dortmund

Ein weiterer zentraler Aspekt, welcher einer schnellen Bearbeitung von Anträgen dient, ist das virtuelle Begehen von Baustellen. Durch den Einsatz von digitalen Vermessungsmethoden sowie der Straßendatenbank ist es dem Tiefbauamt Dortmund möglich, präzise Infrastrukturdaten (z. B. Gehwegbreiten oder Zustand von Wegen und Straßen) bereit zu stellen. Dadurch kann eine Vorbegehung im Zuge der Trassenplanung auch digital durchgeführt werden – ohne Terminfindung und Anfahrt – denn präzises Messen, Analysieren und Bewerten ist auch mit dieser virtuellen Begehung möglich. Die Analyse und Aufbereitung der digitalen Informationen helfen, die Daten schnellstmöglich weiterzuverarbeiten und anderen zuständigen Stellen zur Verfügung zu stellen. Durch Messdaten in digitaler Form werden manuelle Dokumentationsschritte vermieden und ein maximaler Qualitätserhalt sichergestellt. Dies führt zu einer Vereinheitlichung der Daten. Der problemlose Zugriff aller beteiligten Akteure auf die erstellten Unterlagen kann so garantiert werden.

Von technischer Seite erfolgt die mobile, berührungslose Datenerhebung ähnlich zu einer Google Street View Vermessung für die Zustandsbewertung der Straßen, Wege und Plätze der Stadt, sodass auch mehrmalige Kartierungen stattfinden bzw. diese aktualisiert werden. Das Erfassen der gewünschten Daten geschieht durch eine regelmäßig durchgeführte Zustandserfassung mittels Befahrung mit Groß- und Schmalspurmessfahrzeugen. Diese verfügen über verschiedene bildgebende Verfahren. Digitale Kameras liefern beispielsweise hochauflösende Farbfotos und -videos. Ein stereoskopisches Messverfahren zur Erfassung von Tiefeninformationen und 3D-Laserscanner ermöglichen exakte digitale Abbilder der Oberflächen. Das Ergebnis sind detailgetreue und georeferenzierte Daten über den Zustand von Wegen und Straßen. Alle relevanten Informationen lassen sich schnell und kontaktlos erheben, ohne dabei Verkehrs- oder Betriebsabläufe zu stören.
So kann beispielsweise nach dem Erheben der Daten allein aus den Aufnahmen eine Verkehrsfläche vermessen werden. Dies ermöglicht, zum Beispiel ein Verteilschrank auf den Gehweg zu projizieren und die verbleibende Breite des Gehweges zu bestimmen.

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Fazit

Die Anforderungen an Bauanträge können von Stadt zu Stadt bzw. von Kommune zu Kommune teilweise stark variieren. Generell ist es wichtig, die Antragsprozesse weitestgehend zu vereinfachen, damit die Einreichung für die Antragssteller übersichtlicher wird. Von Seiten der Behörden hilft es, Prozesse zu digitalisieren und zu standardisieren, was wiederum zu einer deutlichen Beschleunigung der Antragsbearbeitung führen kann. Dazu zählen das digitale Einreichen von Unterlagen, das virtuelle Begehen und das Vermessen von Baustellen sowie Transparenz und Austausch zwischen den zuständigen Behörden. Für Antragsteller ist es ratsam, sich frühzeitig über alle benötigten Unterlagen sowie Richtlinien zu informieren und – wenn möglich – die Baubehörden bereits während der Planung einzubeziehen.

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