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Seebach ist eine kleine Flächengemeinde im Schwarzwald, geprägt durch 700 Höhenmeter Unterschied im Gemeindegebiet und weitläufigen Außenbereichen. Seit 2024 ist die Gemeinde vollständig mit Glasfaser versorgt: 100 % Anschlussquote, 90 % aktive Verträge und das bis zur letzten Berghütte. Im Juli 2025 wurde Seebach dafür als eine der ersten Kommunen mit der Auszeichnung „Gigabitkommune@BW“ des Landes Baden-Württemberg geehrt. Das Gigabitbüro des Bundes hat die Gemeinde besucht und mit Bürgermeister Markus Benkeser, lokalen Unternehmern und Bürgern über die Erfolgsfaktoren und die Vorteile des Glasfaserausbaus gesprochen.

Eckpunkte zum Glasfaserausbau in Seebach

Bundesland
Baden-Württemberg
Gemeinde
Seebach (Ortenaukreis)
Einwohnende
1.410
Ausbauverbund
Interkommunales Breitbandprojekt Mittelbaden (IKZ) / Baden.net
Beteiligte Kommunen
Bühl, Lichtenau, Rheinmünster, Sasbach, Lauf, Ottersweier, Sasbachwalden, Seebach, Zweckverband Söllingen
Netzbetreiber
Stadtwerke Bühl GmbH / TelemaxX (seit November 2018)
Dauer Ausbau
September 2018–2024
Bauabschnitte
6 Bauabschnitte
Gesamtinvestition
3,4 Mio. Euro (Kofinanzierung Bund und Land), 2,2 Mio. Euro (Eigenanteil Gemeinde)
Anschlussquote
100 % FTTB (inkl. Mitversorgung benachbarter Kommunen)
Vertragsquote
90 % aktive Verträge

Interkommunale Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Was Seebach im Glasfaserausbau stark gemacht hat, ist die konsequente Einbettung in einen größeren Verbund. Im IKZ Mittelbaden teilen sich die beteiligten Kommunen Planungsaufwände, bündeln Förderanträge und profitieren von gemeinsamer Expertise. Unter dem Namen Baden.net, einem Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Bühl, Lichtenau, Seebach und des Zweckverbands Gewerbepark mit Regionalflughafen Söllingen, entstand ein hochmodernes und zukunftssicheres Glasfasernetz für die gesamte Region. Diese gemeinsame Marke spielte auch für die Akzeptanz vor Ort eine wichtige Rolle. Die hohe Vertragsquote von 90 % spricht für sich. Seit 2016 hat der Verbund insgesamt 55 Förderanträge eingereicht, mit einem Gesamtvolumen von über 21 Millionen Euro. Für Seebach bedeutete dieser Zusammenschluss nicht nur wirtschaftliche Tragfähigkeit, sondern auch die Möglichkeit, Gebiete benachbarter Kommunen mitzuversorgen.

Vom Funknetz zur Glasfaser: ein langer Weg

Bereits seit 2005 bemühte sich Seebach um eine stabile Netzanbindung, mit Zwischenlösungen per Funk und zahlreichen Rückschlägen. Der Wendepunkt kam 2014 mit dem Beitritt zum Interkommunalen Breitbandprojekt Mittelbaden (IKZ). Nach dem Spatenstich im September 2018 wurde das Glasfasernetz in sechs Bauabschnitten realisiert, von der Ortsmitte bis in die entlegenen Höhenlagen. Besonders bemerkenswert: In interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Baiersbronn wurde auch das Schliffkopfhotel auf 1.025 Metern über Landkreisgrenzen hinweg angeschlossen. Als letzter Baustein folgte 2024 eine Redundanzleitung, also eine zusätzliche, physisch unabhängige Backup-Verbindung die das Netz gegen Ausfälle absichert. Die Gesamtinvestition für den Glasfaserausbau belief sich auf rund 6 Millionen Euro, ein erheblicher Kraftakt, der nur durch konsequente Nutzung der Landesförderung und die Bündelung von Ressourcen im IKZ-Verbund möglich wurde.

Seebach als Vorbild für den ländlichen Raum

Das Gigabitbüro des Bundes hat Seebach im Juni 2026 besucht und verschiedene Perspektiven auf den Glasfaserausbau und seine Wirkung eingefangen. Bürgermeister Markus Benkeser gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte des Projekts und erläutert, was andere ländliche Kommunen daraus lernen können.

Lokale Unternehmer berichten, was der Glasfaseranschluss konkret für ihren Betriebsalltag bedeutet: Michael Kern von Sport Kern, Karl-Heinz Müller vom Berghotel Mummelsee sowie Daniel Bürk vom Sägewerk Bürk schildern, wie sich die Glasfaserversorgung auf Arbeitsabläufe, Servicequalität und die Attraktivität ihres Standorts auswirkt.

Bürger Hans Martin Bruder und Dr. Kai Israel, Inhaber von rundum.marketing, berichten, wie sich der Anschluss auf ihren Alltag auswirkt, sowohl privat als auch beruflich.

Seebach zeigt, dass vollständiger Glasfaserausbau auch unter schwierigen Bedingungen erreichbar ist, wenn Kommunen kooperieren, Förderinstrumente konsequent genutzt werden und die Menschen vor Ort von Anfang an eingebunden sind. Das Zusammenspiel aus langjährigem kommunalem Engagement, interkommunaler Zusammenarbeit und gezielter Landesförderung macht Seebach zu einem Musterbeispiel mit Modellcharakter für andere ländlich geprägte Kommunen in Deutschland.

Wir berichten über Musterprojekte

Wie gelingt Glasfaserausbau in der Praxis? Welche Strategien funktionieren und was können andere Kommunen daraus lernen? Im Rahmen unserer Berichterstattung über erfolgreiche Musterprojekte berichten wir über Erfolgsgeschichten und stellen Erfahrungen, Best Practices und innovative Ansätze vor. Alle Kommunen sind eingeladen, sich aktiv an dem Format zu beteiligen.

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