Gigabitbüro unterstützt Deutschen Bauernverband mit adressgenauer Versorgungsanalyse
Eine zuverlässige Glasfaserversorgung ist für landwirtschaftliche Betriebe heute unverzichtbar. Doch besonders im ländlichen Raum fehlt es häufig an Transparenz über den tatsächlichen Ausbaustand. Um hier Klarheit zu schaffen, hat das Gigabitbüro des Bundes den Deutschen Bauernverband (DBV) mit einer adressgenauen Analyse von 88 landwirtschaftlichen Standorten in sechs Bundesländern unterstützt. Die Ergebnisse geben einen präzisen Überblick über die Versorgungssituation, zeigen konkrete Handlungsbedarfe auf und stärken Betriebe, Kommunen und Verbände bei weiteren Schritten im Glasfaserausbau.
Die Landwirtschaft steht heute stärker, denn je im Zeichen des digitalen Wandels. Technologien wie automatische Lenksysteme, Melkroboter, Drohnen oder teilflächenspezifische Ausbringungsverfahren, etwa beim Saatgut oder bei Dünger, sind längst in der Praxis angekommen. Damit sie effizient eingesetzt werden können, benötigen Betriebe verlässliche, leistungsfähige digitale Infrastrukturen.
Sie möchten mehr zu smarten Lösungen in der Landwirtschaft wissen? Lesen Sie dazu gerne unseren informativen Artikel zu Smart Farming.
Die Ausgangslage: Hohe Anforderungen und Unsicherheit in Bezug auf die Versorgungslage bei landwirtschaftlichen Betrieben
Doch vielerorts fehlen genaue Informationen und Landwirtinnen und Landwirte stehen immer wieder vor denselben Fragen:
Wann bekomme ich endlich schnelles Internet? Habe ich Zugang zu einem Glasfaseranschluss? Welcher Netzbetreiber baut an meinem Wohnort aus?
Hinter diesen Fragen stehen komplexe Rahmenbedingungen, wenn Informationen zu Ausbauplänen und Versorgungsoptionen für Betriebe oft nicht in der notwendigen Detailtiefe vorliegen. So fallen Entscheidungen bei der Anschaffung digitaler Agrartechnik oder der Planung neuer Betriebsabläufe schwer. Gleichzeitig ist besonders in ländlichen Regionen ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen häufig unwirtschaftlich. Deshalb ist vielerorts öffentliche Förderung notwendig – ein Prozess, der oft Zeit kostet.
Über die Landesbauernverbände wurden insgesamt 88 telekommunikativ unterversorgte Betriebe identifiziert, die ein besonderes Interesse an einem Glasfaseranschluss haben.
„Trotz Fortschritten beim Netzausbau zeigt das Gigabit-Grundbuch weiterhin deutliche Versorgungslücken, insbesondere in sehr ländlichen Regionen. Dort verfügen nur rund die Hälfte der Haushalte und landwirtschaftlichen Betriebe über 5G.
Franziska Schmieg, Referatsleiterin für Ländliche Räume und Diversifizierung (DBV).
Auch der Glasfaserausbau bleibt hinter den Anforderungen zurück. Für die Landwirtschaft ist Glasfaser heute nicht nur ein „Nice-to-have“, sondern eine grundlegende Voraussetzung für betriebliches Datenmanagement, digitale Transformation und gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen.“
Wir helfen: Eine adressgenaue Analyse des Gigabitbüros
Im Auftrag des Deutschen Bauernverbands führte das Gigabitbüro des Bundes daher eine adressgenaue Ist-Analyse der Versorgung durch. Grundlage dafür waren:
- Daten aus dem Breitbandatlas des Bundes
- und der Mobilfunk-Monitoring-Karte,
- Informationen der Netzbetreiber zur Festnetz- und Mobilfunkversorgung und
- Rückmeldungen von Ansprechpersonen der Kommunen und Telekommunikationsunternehmen zu regionalen Ausbauplänen.
Darüber hinaus wurden unterstützende Materialien wie ein Handlungsleitfaden mit Empfehlungen für betroffene Betriebe, eine Kontaktliste mit kommunalen und unternehmerischen Ansprechpersonen und Hinweise zu (temporären) alternativen Technologien, wie z.B. Richtfunk und Satellit, bereitgestellt.
Das Ergebnis: Fortschritte sichtbar, aber große Lücken bleiben
Die Analyse zeigt, dass der Glasfaserausbau auch in ländlichen Regionen und einzelnen abgelegenen Lagen voranschreitet. Gleichzeitig bleibt der Bedarf der Landwirtschaft an gigabitfähigen Netzen hoch und die Kommunikation über Ausbaupläne zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und privaten Akteuren ist vielerorts unzureichend.
„Als Deutscher Bauernverband arbeiten wir seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit dem Gigabitbüro des Bundes zusammen. Viele landwirtschaftliche Betriebe befinden sich in Weilern oder abgelegenen Ortsteilen, die für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau wenig attraktiv sind. Das Gigabitbüro informiert umfassend über Ausbauoptionen, unterstützt beim Abbau von Hürden und berät zu Fördermöglichkeiten wie der Gigabitförderung oder dem Lückenschluss-Programm. Diese Expertise macht das Gigabitbüro zu einem wichtigen Ansprechpartner für unsere Mitglieder.
Franziska Schmieg, Referatsleiterin für Ländliche Räume und Diversifizierung (DBV).
In der Einzelfallprüfung konnten wir gemeinsam mit dem Gigabitbüro feststellen, dass sich in einigen Regionen Fortschritte im Ausbau abzeichnen, teils sogar im Außenbereich. Besonders im Mobilfunkbereich zeigen die Versorgungsauflagen und ergänzende Förderprogramme zur Schließung Weißer Flecken Wirkung. Beim Glasfaserausbau hingegen bleibt der Handlungsbedarf – vor allem in Außenbereichen – deutlich größer. Außerdem wurde klar, dass die Kommunikation vor Ort häufig zu spät erfolgt: Viele unterversorgte Adressen werden oft erst informiert, wenn die Bauarbeiten bereits beginnen.“
Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Sie haben Fragen zu Ihrer Versorgungssituation oder benötigen Unterstützung bei den nächsten Schritten? Das Gigabitbüro unterstützt bei der Ermittlung der Versorgung nicht nur für Bürgerinnen und Bürger über das Kontaktcenter, sondern auch für Akteure aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand. Wenden Sie sich daher jederzeit gerne an uns. Wir unterstützen Sie dabei, die passenden Informationen und Ansprechpersonen für Ihre individuellen Anschluss zu finden.
Sie erreichen uns telefonisch von Montag bis Freitag, zwischen 9 und 17 Uhr unter +49 30 2636 5040 oder per E-Mail an die kontakt@gigabitbuero.de.
Außerdem können Sie gerne unsere neue Webseite „Schnell ins Netz“ für Bürgerinnen und Bürger verwenden, um den passenden digitalen Anschluss für Ihre individuelle Situation zu finden. Nutzen Sie dazu einfach den Fragebogen und wählen Sie die passenden Antworten zu Ihrer Wohn- und Arbeitssituation aus.



