Zum Hauptinhalt der Webseite

Vierzehn Schulen der Stadt Sankt Augustin (NRW) werden umfassend mit Smartboards und Tablets ausgestattet. Eine notwendige Voraussetzung zur vollständigen Digitalisierung der Schulen ist der Glasfaserausbau bis in die Klassenzimmer. Im Gespräch mit dem Gigabitbüro des Bundes berichtet Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf von dem Erfolgsgeheimnis, Herausforderungen und den Zukunftsplänen im Bereich Digitalisierung und Glasfaserausbau an den Schulen der Stadt Sankt Augustin.

Die Digitalisierung der Schulen in Sankt Augustin wurde tatkräftig durch die Schulleitungen, Schülervertretungen und Eltern in Kooperation mit den Fachbereichen in der Stadtverwaltung vorangetrieben. Dadurch wurde bisher erreicht, dass

Im Interview mit dem Gigabitbüro des Bundes gibt Dr. Leitterstorf Einblick in die Vorgehensweise bei der Digitalisierung der Schulen:

Herr Dr. Leitterstorf, was ist das Erfolgsgeheimnis der Digitalisierung in Sankt Augustin?

Dr. Max Leitterstorf, Bürgermeister Sankt Augustin © Stadt Sankt Augustin

Dr. Max Leitterstorf: „Smartphone, Tablet und andere digitale Endgeräte sind heute im Alltag nahezu selbstverständlich und auch im Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Deswegen werden Kinder und Jugendliche in der Schule auf die beruflichen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung vorbereitet. Im Jahr 2021 habe ich als Bürgermeister die IT- und Digitalisierungsstrategie für Sankt Augustin erarbeitet und vorgestellt. Dort werden als zentrale Ziele die strukturierte Gebäudeverkabelung, die Beschaffung von Endgeräten und die Verbesserung des IT-Supports festgelegt. Die neu gegründeten Fachbereiche IT, Schule und Gebäudemanagement haben Hand in Hand gearbeitet, weil Schnittstellen klar definiert wurden. Alle Beteiligten in Verwaltung, Kommunalpolitik, Schulen und Elternvertretungen wollen es ermöglichen, dass den Schülerinnen und Schülern in modernen Unterrichtsformen Medienkompetenzen vermittelt werden können.“

Finanziert wurden die Digitalisierungsmaßnahmen bislang mit ca. 6 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt bzw. davon mit 2,7 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Digitalpakt Schule“ von Bund und Ländern. Neben der Ausstattung mit Tablets und Smartboards sowie der dafür notwendigen Software wurde ein technischer Support mit einer Hotline und Ticket-Systemen eingerichtet. Bedient wird dieser primär durch städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie durch externe Firmen für spezielle Themen.

Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Stadt Sankt Augustin derzeit konfrontiert?

Dr. Max Leitterstorf: „Derzeit steht Sankt Augustin wie viele Kommunen in Deutschland vor einer angespannten finanziellen Situation. Mit der Digitalisierung an Schulen wurden den Kommunen zusätzliche Aufgaben übertragen und für den erstmaligen Ausbau auch finanzielle Mittel bereitgestellt. Die größte Herausforderung sehe ich darin, diese Aufgaben dauerhaft zu finanzieren, etwa wenn es in wenigen Jahren um die Ersatzbeschaffung der ersten Endgeräte geht. Hier sind Land und Bund gefragt, eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung sicherzustellen. Daneben spüren wir als Kommunen auch den allgemeinen Fachkräftemangel. Diesen konnten wir bisher und voraussichtlich auch in den kommenden Jahren im IT-Bereich durch die Ausbildung eigener Kräfte auffangen. So haben wir mit der Ausbildung als Fachinformatiker und dem dualen Studium als Verwaltungsinformatiker attraktive Möglichkeiten für zukünftige Fachkräfte geschaffen.“

Herr Dr. Leitterstorf, wie planen Sie die Breitbandversorgung und die Bereitstellung von Glasfaseranschlüssen an allen Schulstandorten voranzubringen?

Dr. Max Leitterstorf, Bürgermeister Sankt Augustin © Stadt Sankt Augustin

Dr. Max Leitterstorf: „Die Breitbandversorgung ist an vielen Schulen leider ein Nadelöhr. Natürlich ist es unser Ziel, schnellstmöglich an allen Schulstandorten Glasfaseranschlüsse bereitzustellen. Dabei sind wir jedoch auf die Zusammenarbeit mit externen Partnern angewiesen. Unsere Bemühungen um öffentlich geförderte Glasfaseranschlüsse werden voraussichtlich in Kürze erfolgreich sein. Um alle verfügbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, werden jedoch Parallelanstrengungen unternommen, um die Schulen durch einen eigenwirtschaftlichen Ausbau zu erschließen.“

Welche Tipps haben Sie für andere Städte, die ebenfalls vor der Herausforderung stehen, Schulen zu digitalisieren?

Dr. Max Leitterstorf: „Ziele definieren, Kräfte bündeln und alle Beteiligten an einen Tisch holen. So lassen sich alle Bemühungen strukturieren und die wichtigen Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen inneren und äußeren Schulangelegenheiten koordinieren.“

Praxisbeispiel
10. August 2021
Case Study: Gigabitausbau in Schulen im Landkreis Fulda
Durch finanzielle Mittel des Bundes, des Landes und durch eigene Mittel konnte der Landkreis Fulda alle bisher nicht angebundenen Schulen mit gigabitfähigen Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude versorgen. Die leistungsfähige […]
Praxisbeispiel
16. August 2022
Gigabit im Klassenzimmer: Gymnasium in Rostock stattet alle Klassen mit Glasfaser aus. Eine Videobegleitung.
Als eine der ersten Schulen Deutschlands und als Pilotprojekt der Hansestadt Rostock wird das Musikgymnasium Käthe-Kollwitz mit Glasfasertechnologie bis in die Klassenzimmer ausgestattet. Das Gigabitbüro des Bundes war vor Ort, um mit den Akteuren über die Hintergründe und Rahmenbedingungen des Ausbaus zu sprechen.
Workshop
Gigabitausbau in Schulen – Inhouseverkabelung und -vernetzung
Die Schulung vermittelt ein Verständnis der technischen Grundlagen des Telekommunikationsnetzes bis zur Schule und innerhalb des Schulgebäudes.
zurück zur Übersicht
Schließen
Gigabitbüro on Tour: Termine und Buchungen