Die 6G-Forschungsroadmap ist da: Deutschlands Fahrplan für den Mobilfunk der Zukunft
Ende 2025 veröffentlichte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die 6G‑Forschungsroadmap 2025–2030, die Deutschlands strategische und technische Ausrichtung für den künftigen Mobilfunkstandard festlegt. Sie schafft die Basis für sichere, resiliente und leistungsfähige 6G‑Kommunikationstechnologien. Zusammen mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) entwickelt das BMFTR eine langfristige Perspektive für 6G‑Transfer‑Hubs, die mit der BMDS‑Maßnahme „Smarte Konnektivität für die Wirtschaft“ verzahnt werden sollen.
Was steckt hinter der 6G-Forschungsroadmap?
Die 6G-Technologie wird in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für unser gesellschaftliches Zusammenleben und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft spielen. Sie wird Innovationstreiber für die Weiterentwicklung smarter Anwendungen und einen enormen Mehrwert für die Unterhaltungsindustrie, Mobilität, Gesundheit, Industrie und Landwirtschaft bieten. Daher räumt die Bundesregierung im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland dem neuen Mobilfunkstandard 6G höchste Priorität ein und möchte die Forschung, Gestaltung und den Transfer hin zu Anwendungen aktiv unterstützen.
Die 6G-Forschungsroadmap definiert Ziele, Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen, um im Hinblick auf den künftigen Mobilfunkstandard 6G ein zukunftsfähiges Innovationsökosystem aufzubauen und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis deutlich zu verbessern. Die Roadmap folgt dabei zwei klaren Leitlinien: Sie ist am konkreten Bedarf von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft orientiert und zugleich an zentralen Werten wie Sicherheit, Resilienz, Datenschutz und demokratischer Kontrolle ausgerichtet.
Die Roadmap versteht sich als Einladung zum Dialog. Nicht nur zwischen Bund und Ländern, sondern insbesondere auch mit Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft. Ziel ist ein Mobilfunkempfang, der leistungsfähig ist, gleichzeitig Vertrauen schafft und langfristig unsere technologische Souveränität stärkt.
Inhaltlich baut die Roadmap auf der 6G‑Forschungsinitiative der Jahre 2021–2025 auf und wurde in Abstimmung mit den betroffenen Bundesressorts sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeitet. Während in der Forschungsinitiative unter anderem 6G-Forschungs-Hubs unterstützt wurden, markiert die 6G-Forschungsroadmap nun den nächsten Schritt hin zum Transfer in die Praxis und zu konkreten Anwendungen: Seit Anfang 2026 wurden neue regionale und überregionale 6G-Transfer-Hubs mit einer Förderung von bis zu 200 Millionen Euro durch das BMFTR, das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie der beteiligten Bundesländer gestartet und bestehende Labore weiter ausgebaut, so das zuständige Bundesministerium
Gemeinsam mit dem BMDS entwickelt das BMFTR in der kommenden Förderphase eine langfristige und tragfähige Perspektive für die 6G-Transfer-Hubs , damit die dort aufgebaute Expertise und Forschungsbasis über 2030 hinauswirksam bleibt, das nationale Forschungsökosystem stärkt und Deutschland nachhaltig unterstützt.
Welche Ziele werden mit der Forschungsroadmap verfolgt?
Ziel der 6G‑Strategie ist es, Deutschlands Stärke bei 6G zu sichern und auszubauen. Forschungsergebnisse sollen in konkrete Produkte, Dienste und Ausgründungen einfließen, Abhängigkeiten von wenigen ausländischen Anbietern verringert und robuste, vertrauenswürdige Lieferketten aufgebaut werden. Unternehmen jeder Größe sollen in Deutschland 6G‑Bausteine entwickeln und produzieren können. Im Mittelpunkt stehen zentrale 6G‑Technologien und deren Anwendungen.
Dabei soll sichergestellt werden, dass die Aktivitäten der Transfer-Hubs sinnvoll mit den vom BMDS geplanten Maßnahmen „Smarte Konnektivität für die Wirtschaft“ zusammenwirken. Denn Ziel der Förderrichtlinie ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im Bereich der Kommunikationstechnologien langfristig zu stärken und den hierfür notwendigen Innovationstransfer nachhaltig zu gestalten.
Gründung von 6G-Transfer-Hubs: Wie können Lücken zwischen Grundlagenforschung und Anwendung geschlossen werden?
Ein zentraler Baustein der Strategie ist der Start beziehungsweise die Planung von vier 6G-Transfer-Hubs (Forschungsnetzwerke) seit Anfang 2026. Sie sollen die Lücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung schließen. Aufbauend auf den bestehenden 6G-Forschungs-Hubs entstehen praxisorientierte Knotenpunkte, in denen Wissenschaft, Industrie, Start-ups und Anwender eng zusammenarbeiten und Schlüsselbereiche wie KI, Edge- und Cloud-Computing, Mikroelektronik, IT-Sicherheit, Robotik und Quantentechnologien einbinden. Durch diese trans- und interdisziplinäre Ausrichtung werden Anwendbarkeit, Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Resilienz, Datenzugang und Nachhaltigkeit zukünftiger Technologien gezielt vorangetrieben.
Überblick der 6G-Initiative und ihr zeitlicher Verlauf
Was kann die 6G-Technologie?
6G wird auf der leistungsfähigen Basis der 5G-Technologie aufbauen und diese durch neue Funktionalitäten erweitern.
Der neue Standard soll
- erheblich höhere Datenraten (1 Terabit pro Sekunde) und sehr geringe Latenzzeiten (unter 1 Mikrosekunde) ermöglichen,
- Netze intelligenter und widerstandsfähiger gegenüber Störungen machen,
- Sensorik und Lokalisierung direkt in das Funksystem integrieren,
- Satelliten und mobile Plattformen wie Drohnen nahtlos einbinden, um Funkzugang auch in schwer erschließbaren Regionen zu gewährleisten.
Damit wird sich 6G zu einer leistungsfähigen, aber einfach nutzbaren Basis für neuartige Dienste entwickeln.
Konkrete Anwendungen: Wo wird 6G spürbar?
Die Roadmap zeigt, wie 6G ganz konkret Wirkung entfalten soll: Im Operationssaal, wo Robotik und medizinisches Personal in Echtzeit zusammenarbeiten; in der Industrie, wo digitale Zwillinge komplexe Anlagen präzise abbilden; in Gesundheit und Mobilität, wo integrierte Sensorik sichere und vernetzte Anwendungen ermöglicht; und in Unternehmen, die flexible Campusnetze für ihre Digitalisierung nutzen.
Damit Deutschland und Europa im globalen 6G‑Wettlauf bestehen, sind eine frühe Förderung von Forschung und Innovation, gut ausgebildete Fachkräfte, ein starker Forschungstransfer sowie aktive Beiträge zu Standardisierung und Regulierung entscheidend. Ergänzt werden diese durch wettbewerbsfähige Technologieanbieter mit eigenen Patenten und eine innovationsfreundliche Frequenzpolitik.
Weiterführende Informationen zu den bisherigen 6G-Forschungs-Hubs
- Virtuelle Realitäten und Roboterschwärme – 6G-RIC forscht an der nächsten Mobilfunkgeneration
- Open6GHub strebt Offenheit, Resilienz und Sicherheit in zukünftigen Mobilfunknetzen an
- 6GEM forscht an effizienten und sicheren Mobilfunknetzen der nächsten Generation
- Forschungs-Hub 6G-life entwickelt Grundlagentechnologien für die Mensch-Maschine-Kollaboration




