So geht strukturierte Weiterbildung: Baden-Württemberg führt Workshopreihe „Digitale Infrastruktur“ durch
Das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg (IM BW) verfolgt einen strukturierten, landesweit zentralen Ansatz bei der Weiterbildung und Unterstützung von Kommunen im Bereich digitaler Infrastrukturen. So wird unter anderem die digitale Workshopreihe „Digitale Infrastruktur“ durchgeführt, die seit 2023 jährlich stattfindet und in ihrer vierten Auflage zwischen Juli und September 2026 unterschiedliche Schwerpunktthemen behandelt.
Welche Themen stehen dieses Jahr im Fokus der Workshopreihe?
Am 22. Juli 2026 war der sinnvolle Einsatz verschiedener Legemethoden zentrales Thema der Workshopreihe „Digitale Infrastruktur“. Über 70 kommunale Vertreterinnen und Vertreter nahmen an der Veranstaltung teil.
Der Ausbau von Glasfasernetzen erfordert nicht immer den großen Bagger: Alternative Legemethoden bieten in vielen Situationen eine effiziente und ressourcenschonende Möglichkeit, Leerrohre und Glasfaserkabel zu verlegen. Wie sich Baumaßnahmen durch innovative Legemethoden beschleunigen und wirtschaftlicher gestalten lassen, stand im Mittelpunkt des Fachvortrags. Das Gigabitbüro des Bundes präsentierte gemeinsam mit der Layjet Deutschland GmbH und der Fiber Europe Management GmbH aktuelle Ansätze für innovative Legeverfahren.
Weitere Themen der Workshopreihe sind dieses Jahr unter anderem das OZG-Breitbandportal, der Mobilfunkausbau, Satellitenkommunikation sowie der aktuelle Stand der Gigabitförderung des Bundes. Die erfolgreiche Durchführung des Formats zeigt, wie wichtig weiterhin strukturierte Weiterbildung, fachlicher Austausch und Praxiseinblicke sind.
Warum ist das Thema für Kommunen relevant?
Der Glasfaserausbau schreitet bundesweit voran, doch der Ausbau sieht sich aktuell Herausforderungen wie steigenden Ausbau- und Finanzierungskosten ausgesetzt. Alternative Legemethoden können helfen, Ausbauvorhaben wirtschaftlicher umzusetzen, das Ausbautempo zu erhöhen und Beeinträchtigungen für die Bevölkerung zu reduzieren. Landkreise und Kommunen in Baden-Württemberg stehen dabei vor denselben Herausforderungen wie der Rest des Landes: Oberflächen, Topografie und vorhandene Infrastruktur bestimmen, welche Legemethode wo sinnvoll eingesetzt werden kann.
Daniel Röck, Referatsleiter Referat Digitale Infrastruktur im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg, betont:
Alternative Legemethoden ermöglichen es, den Glasfaserausbau schneller und kostengünstiger voranzutreiben und den klassischen Tiefbau sinnvoll zu ergänzen. Als Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg ist es unser Anspruch, die kommunale Familie effizient, strukturiert und zentral über aktuelle Themen rund um den Ausbau digitaler Infrastrukturen zu informieren. Dass unsere Workshopreihe in diesem Sommer so positiv aufgenommen wurde, zeigt: Das Format hat sich in der Wissensverbreitung sehr bewährt.
Daniel RöckReferatsleiter Referat Digitale Infrastruktur, Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg
Alternative Legemethoden fördern den effizienten Glasfaserausbau
Alternative Legemethoden, darunter Verfahren der DIN 18220, wie Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren, aber auch Spülbohrverfahren, Pressbohrungen sowie die oberirdische Verlegung von Telekommunikationsinfrastrukturen, können den klassischen Tiefbau in vielen Situationen ergänzen. Der klassische Tiefbau ist erprobt und wird weiterhin eingesetzt, aber er ist verhältnismäßig zeit- und kostenintensiv und führt zu Beeinträchtigungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Straßenverkehr. Alternative Legemethoden ermöglichen es oftmals, Leerrohre und Glasfaserkabel schneller und mit geringerem Eingriff zu verlegen und schonen dabei Oberflächen, Anlieger und Budgets. Bei einem Glasfaserausbau unter Zeit- und Kostendruck oder schwieriger topografischer Lage bieten diese Methoden daher erhebliches Potenzial. Das Gigabitbüro des Bundes stellte die verschiedenen Verfahren, ihre jeweiligen Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile praxisnah vor.
Über den Zitatgeber: Daniel Röck
Daniel Röck leitet das Referat 43 – Digitale Infrastruktur im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg. In dieser Funktion verantwortet er unter anderem Förderprogramme für den Breitbandausbau sowie die strategische Weiterentwicklung von Glasfaser- und Mobilfunkinfrastrukturen.
Darüber hinaus beschäftigt sich sein Referat mit regulatorischen Fragen, der Koordination eigenwirtschaftlicher Ausbauaktivitäten und neuen Technologien wie Satellitenkommunikation. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Sicherheit und Resilienz digitaler Infrastrukturen im Land.
Schulungsangebote des Gigabitbüros: Praxisnahes Wissen rund um alternative Legemethoden im Glasfaserausbau
Sie benötigen Unterstützung im Bereich alternative Legemethoden? Das Gigabitbüro des Bundes bietet Wegebaulastträgern und Telekommunikationsunternehmen gezielte Schulungen an: von einem Überblick über den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus über Inhalte und Anwendung der DIN 18220 und grabenloser Legemethoden bis hin zum rechtlichen Rahmen. Die Angebote richten sich sowohl an Einsteigerinnen und Einsteiger als auch an erfahrene Fachkräfte und verbinden kompaktes Grundlagenwissen mit konkreten Praxisbeispielen.




