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29. September 2020
Gigabitbüro des Bundes

Auf Grund der großen Herausforderungen, die die gesamte TK-Branche wie auch die Politik beim flächendeckenden Ausbau von Glasfasernetzen zu bewältigen haben, müssen neben dem klassischen Tiefbau auch alle anderen verfügbaren Verlegeverfahren wie das Trenching in Betracht gezogen werden.

Ob und welche dieser Verfahren im Einzelfall, nach sorgfältigem Abwägen aller Vor- und Nachteile bzw. aller Chancen und Risiken vor Ort eingesetzt werden können, liegt in der Entscheidungshoheit der zuständigen Straßenbaulastträger.

Eine Verlegung von Leerrohren und Glasfaserkabeln in durch Trenchingverfahren hergestellte Schlitze kann eine weitere Möglichkeit sein, Tiefbaukosten zu vermeiden und damit den Breitbandausbau kostengünstig voranzutreiben. Grundsätzlich setzen alle TK-Netzbetreiber Trenching ein. Dennoch besteht teilweise Verunsicherung bei den Kommunen und Landkreisen, da sich Beispiele an unsachgemäßen Verlegungen schnell verbreiten und Best-Practice-Beispiele leider aktuell noch zu wenig Aufmerksamkeit erzeugen.

Gemeinsam wurde Normungsantrag für Einreichung beim DIN erarbeitet

Trenching wird bislang in der Praxis nicht in dem Umfang eingesetzt, wie es aus Sichtweise des BMVI wünschenswert wäre. Daher untersucht das Ministerium zusammen mit Experten der TK- und der Baubranche kurz-, mittel- und langfristige Lösungsansätze für den verstärkten Einsatz dieser Verlegetechnik. So fand im November 2019 im BMVI ein Workshop zur Vorbereitung der Standardisierung „Trenching“ beim DIN statt. Nachdem bei einem ersten Workshop Ende 2018 in Berlin die gewonnenen Erfahrungen und fortbestehenden Praxisfragen im Mittelpunkt standen und Bedarf an einer Vertiefung der Standardisierungsarbeiten geäußert wurde, sollte nunmehr auf dem weiteren Workshop mit den bereits aus dem AG-Kreis benannten Experten und interessierten Praktikern ein konkretes Standardisierungsprojekt beim DIN aufgesetzt werden. Als Grundlage für den Normungsantrag und die sich anschließende Bearbeitung der Norm sollten daher alle relevanten Aspekte, die in der neuen Norm abgedeckt werden können, herausgearbeitet werden.

Hierzu soll eine Norm erarbeitet werden, in der die Anwendungsbereiche der verschiedenen Trenchingverfahren definiert, die Bauausführung für das Herstellen und Verfüllen der Schlitze sowie die Wiederherstellung der Oberbauschichten beschrieben und die Qualitätsanforderungen und deren Überprüfung für die verwendeten Baustoffe und Bauleistungen definiert werden. Weiterhin gilt es, die Anforderungen an die Verlegung der Glasfaserkabel und der Rohrinfrastruktur zu beachten und  technische Regeln für eine hochwertige Planung, Ausführung und Dokumentation aufzuzeigen.

Als Ergebnis des 2. Workshops wurde im April 2020 vom BMVI zusammen mit den Verbänden rbv und ANGA und der DKE ein Normungsantrag für eine Standardisierung „Trenching“ beim DIN eingereicht.

Stimmen dazu:

Thomas Sentko (DKE) beschreibt den Prozess bisher als komplex: „Die Straßeninfrastruktur in Deutschland ist qualitativ hochwertig und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt – allerdings auch teils aufwändig und streng geregelt.“

Lukas Romanowski (rbv) stellt fest: „Es kann gefräst, gepflügt oder gesägt werden! Vor der Planung muss evaluiert werden, wie die unterschiedlichen Oberflächen von Verkehrsflächen beschaffen sind und welches das passende Verfahren sein kann.“ 

Carsten Engelke meint dazu: „Die Experten im DKE Gremium arbeiten engagiert und konstruktiv – die Moderation verlangt jedoch Geduld und Empathie, da jeder aktiv für sein Spezialgebiet streitet!“

Auf seiner Sitzung am 19.05.2020 hat der Normenausschuss Bauwesen des DIN dem Antrag auf Einleitung eines DIN-Verfahrens stattgegeben. Im August 2020 rief der DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) zur Mitarbeit im Arbeitsausschuss NA 005-10-11 AA „Trench-, Fräs- und Pflugverfahren zur Legung von Glasfaserkabeln“ auf. Die konstituierende Sitzung des Gremiums fand am 17. September 2020 statt.

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